Montag, 18. April 2016

Was reiten wir und warum? Reiten ist heute ein Geschenk, wir müssen es nicht. Warum dann? - Gedanken um Reitkunst und Kommunikation

Warum hast Du ein Pferd oder warum reitest Du?


Im letzten Artikel ging es mir um das Thema: "Stempel drauf - das ist eben so. Statt Symptome zu behandeln, sollten wir lieber nach den Ursachen suchen und sie verstehen" Also mehr um das Reiten und wenn Probleme auftreten.

Heute stelle ich mir Fragen zum Reiten überhaupt:
Was ist Reiten? Das ist eine interessante Frage. Was ist es für Dich?
Warum Reitest Du? Hast Du ein Bild von dem, was Du erreichen willst? Geht es mehr um ein Gefühl oder um ein Ergebnis?



Ich kann nur für mich sprechen, was ich mir wünsche und anstrebe:

Samstag, 19. März 2016

Stempel drauf - das ist eben so. Statt Symptome zu behandeln, sollten wir lieber nach den Ursachen suchen und sie verstehen.




Eine bestimmte Haltung begegnet mir immer wieder, auch bei mir selbst. Dass man eine bestimmten herausfordernde Situation (manchmal ist es schwer, diese als solche zu erkennen) mit der Aussage abtut:
"Das ist eben so." 
Oder 
"Das war schon immer so."
Auch in der Abwandlung:
"Der (Pferdename) ist eben so, das macht er immer so" oder "bei dem ist das so".

Hast Du Dich auch schon einmal erwischt, dass du in einer Situation auf diese Weise denkst?

Das ist eben so!


Ich möchte mit einem Beispiel (erfunden, aber beruht auf Beobachtungen) einsteigen.

Der Max ist ein Schulpony. Deshalb hat er schon eine Menge zu leisten. Er bemüht sich auch, er gibt sich immer Mühe und macht soweit mit, wie er kann. Wenn er denn eine Wahl hat. Schulponys werden von ihren kleinen ReiterInnen meist innig geliebt, aber wenn es um deren Persönlichkeit und Handlungen geht, nicht immer richtig verstanden und dann in Schubladen gesteckt.
So auch der Max.
Über ihn sagt man: Er ist faul, dickköpfig und legt sich auf den Zügel. Wenn der nicht will, dann musst Du Dich eben durchsetzen.

Dienstag, 8. März 2016

Galopp kennen, Kreuzgalopp korrigieren: Vorbereitendes Verständnis für die praktische Umsetzung

Mein letzter Beitrag widmete sich einem Thema und Fragen, das uns im Alltag begleiten. "Mut" und "wonach strebe ich", mit welchen "Teil-Zielen" gebe ich mich zufrieden? Es geht eben nicht immer nur um die Perfektion und den Weg dorthin, wenn es verbissen ist und man die Freude und Leichtigkeit am Miteinander verliert. Die Leichtigkeit auch darin, was uns die Pferde anbieten und tun wollen. Muss es immer mehr sein? Wo ziehe ich denn nun eine Grenze, wenn es um das Miteinander, die sportliche Betätigung (Reiten) geht oder das gesunde Bewegen und Trainieren?
"Nur Mut! Lebe und wachse mit den Umständen." Ein Pferd mit seinen körperlichen Gegebenheiten ist immer auch eine Voraussetzung. Ich denke die meisten Freizeitreiter haben kein gezüchtetes Sportpferd mit guten körperlichen Merkmalen. So müssen wir in unserer Verantwortung dem Pferd gegenüber, wenn wir es reiten wollen, auch an seine Gesunderhaltung denken. So spielt auch täglich die Arbeit an der Basis eine Rolle: immer wieder zurück zu dem Leichten, dem Verständlichen, und das zu festigen, was ich eigentlich brauche und mir von meinem Pferd wünsche; wie beispielsweise das Stillstehen, Hufe geben ohne zu zappeln, mir aufmerksam folgen ohne mit der (mind.) halben Konzentration ans Gras zu kommen oder auch auf meine Anfragen an die Form des Pferdes auf Signale und feine Hilfen zu reagieren, im Stand und in der Bewegung.

Vom Alltag geht manch einer doch mehr oder weniger oft auf Probleme zu und muss sich entscheiden, diese zu ignorieren (manchmal vorerst gut aber im Grunde nicht vorteilhaft), zu durchdenken (immer der erst beste Weg, um nicht überstürzt und emotional oder gar nicht zu handeln) oder sie anzugehen (am besten mit Plan und Stück für Stück)
Probleme sind Herausforderungen, mehr nicht. Eigentlich nichts dramatisches, wenn man sie rechtzeitig sieht. Wer zu lange wartet kann mit manchen Kleinigkeiten ein großes Problem heranzüchten. Ansonsten sind es alltägliche Schwierigkeiten - wir sind alle nur Menschen mit ganz normalen Pferden. Und die sind weder Computeranimiert noch aus dem Lehrbuch. Sie sind Pferde, die wie wir entweder mehr hier oder dort ihre Schwachstellen haben. Sei es die Schiefe, die Verdauung, die Hufe oder der Rücken, das Verhalten, der Charakter, Angst oder eine Gangart. 


Und darum soll es hier gehen. Ein Problem - nein eine Hürde, die mich und mein Pferd begleitet, die aber nicht dramatisch ist. Sie liegt mir jedoch am Herzen. Ich arbeite daran, sie zu überwinden, da ich weiß, dass es der Gesundheit und Bewegung meines Pferdes nur Gutes bringt, sie systematisch anzugehen.
Der Galopp - oder eben speziell der fehlerhafte Galopp - meine Stute galoppiert nämlich auf einer Hand im Kreuzgalopp.

Dienstag, 23. Februar 2016

Nur Mut! Lebe und wachse mit den Umständen, statt unter dem Druck der Perfektion zu verhärten.

Das heutige Thema ist für mich nicht nur essenziell, sondern auch ein Teil meines Weges und meiner Chance mit und an meinen Pferden zu wachsen.
Ich möchte Dir hiermit meine Gedanken und Erfahrungen mitgeben, die es Dir hoffentlich erleichtern, Deinen Druck zu nehmen und die Probleme von Dir und Deinem Pferd spielerischer anzugehen.


Das Training eines Pferdes ist zwar in dem Sinne kein Spiel - Sport ist anstrengend - aber Anstrengung ist leichter und kann Spaß machen, wenn die Haltung stimmt. Die kann auch im Spiel und mit Freude geleistet werden.

Hier habe ich einen Artikel zu dem großen Thema des Pferde-Trainings in Hinsicht auf die Gymnastizierung.

Von der Voraussetzung und dem Weg


Zählen wir einmal auf, was Du sicher schon weißt, aber zum Pferd gehört wie das Dach zum Haus.
- Pferde sind von Natur aus schief.
- Pferde haben damit eine Schokoladenseite und die bevorzugen sie in der freien Bewegung.
- Pferde haben aufgrund der Schiefe ihre eigene Balance - nur nicht gerade eine gute Voraussetzung für das Tragen eines Reiters. Deshalb trainieren und stärken wir unsere Pferde ja auch. Und wir bemühen uns sie auf beiden Körperseiten gleich gut zu stärken und zu dehnen.
- Auch etwas schiefes kann im Gleichgewicht sein, wenn es sich von der Form und Kraft her ausgleicht.

Schau Dir dieses Bild an: Eine Waage im Gleichgewicht besteht, wenn sie gleich gewichtet ist. Doch können Körper diese Art von Gleichgewicht verlassen. Diese beiden Körper befinden sich in dieser Sekunde nämlich in völliger Balance ohne vom Gleichgewicht symmetrisch zu sein. Was nicht symmetrisch ist, wird durch Kraft und Gegendruck muskulär ausgeglichen.

So ist es auch beim schiefen Pferd. Das Pferd kommt damit prima zurecht. Solange es nicht unter einem Reiter gezwungen ist, sich zusätzlich auszugleichen und wider seiner Natur auf gebogenen Linien zu gehen. Pferdetraining setzt ebenso hier an, nämlich das natürliche Gleichgewicht in dieser neuen Situation und Bewegung zu finden.

Wenn das alles nur einfach wäre! Nicht nur das Pferd hat zu tun, mit dem Lernen und sich körperlich anstrengen. Auch der Pferdemensch muss lernen, zu verstehen, zu sehen, zu dosieren und zu helfen. Gern würde ich hier den Punkt so stehen lassen. ABER? Aber was ist mit den Momenten, wo man gerade keine Lösung parat hat außer weitermachen, drüber hinweg sehen oder hoffen?

Samstag, 6. Februar 2016

Freundschaft braucht Einfühlungsvermögen: Beispiele aus dem Leben

Hier kommt nun der zweite Teil zum Thema:
Freundschaft und Einfühlungsvermögen.

Du möchtest zuvor noch einmal den 1. Teil lesen? Es ging um: "Einfühlungsvermögen - ein Schlüssel für Freundschaft und Zuneigung"


Für mich ist dieses Thema ebenbürtig mit der Basis im Umgang mit dem Pferd, was das Pferd lernen sollte, wie wir es zu einem Reitpferd erziehen. Freundschaft ist die Basis auf der emotionalen Ebene, in Bezug auf die Einstellung, so wie Vertrauen und Respekt.

Jede ReiterIn oder PferdebesitzerIn macht im Laufe der Zeit Erfahrungen, lernt aus Fehlern und entwickelt sich. Das auch auch gut so und richtig. (Wenn hoffentlich keine Gewalt und Unterjochung dabei ist.)
Doch manchmal ist mir aufgefallen, dass mich jemand auf etwas angesprochen hat, das mich dann zum Nachdenken angeregt hat: ich wäre von allein irgendwie einfach nicht darauf gekommen. Entweder weil man es eben so gelernt hat. Oder weil es logisch erschien. Oder weil man schlicht und einfach nicht bemerkt hat, dass dort ein i-Tüpfelchen mit bitterem Beigeschmack für das Pferd ist. Hm, dachte ich dann immer, wieso habe ich das nicht gesehen? Nicht gemerkt? Mich nicht gefragt, was ich hier warum mache. Wie geht es anders? Mache ich das nur, weil es alle so machen? Kann ich nicht reflektieren?
Nein - manchmal kann man das einfach nicht. (Weil nicht jeder ein Einstein oder Newton ist.) Dennoch können wir immer wieder versuchen, nachzudenken, bevor wir handeln; mitzudenken, in Bezug auf die Gefühle, die Befindlichkeit des Anderen; und das zu überdenken, was wir als Normal ansehen.

Was hat das mit Freundschaft zu tun? Könntest Du fragen.

Samstag, 30. Januar 2016

Einfühlungsvermögen - ein Schlüssel für Freundschaft und Zuneigung

Das Thema "Freundschaft" ist denke ich sehr wichtig oder grundlegend, wenn man sich für Pferde interessiert oder sogar ein Pferd kauft bzw. hat.  
Ich könnte auch sagen "besitzt", doch gerade hier im Zusammenhang mit diesem Thema, wäre das Anstoß für eine weitere Auseinandersetzung der Bedeutung des Wortes. Kann ich einen Freund "besitzen"? Auch wenn das Wort in der Umgangssprache nicht philosophisch genutzt wird, haben Worte eine Bedeutung und Schwingung. 


Wer also ein Pferd hat oder den Umgang pflegt (ich erinnere mich an meine Mädchen-Träume) sucht einen Partner, Freund, einen Gefährten. Doch, dass unser Verhalten diesen Pferden gegenüber oftmals gar nichts mit Freundschaft, Achtsamkeit, Vertrauen zu tun hat, merken wir gar nicht (leicht). (Leider reden sie nicht, beschweren sich nicht und schreien nicht auf, wenn`s schmerzt.) Es ist so selbstverständlich (in unserer Welt, in der Gewalt mehr in den Nachrichten vorherrscht, als positive freudvolle Meldungen), dass Menschen oft glauben, sie seien die Krone der Schöpfung mit allen Rechten, alles zu dürfen und dass sie schon genug wüssten und Fehler nur die anderen machen. (Ich übertreibe ein bisschen. Aber wenn ich in mich hinein horche und diese Kronen-Überheblichkeit einmal außen vor lasse, kann ich oft genug - insgeheim - zugeben, dass ich kaum übertreibe, denn die Auswirkungen finden sich schon in winzigen Kleinigkeit. Doch dazu komme ich noch.)

Und wenn wir nicht so oft es geht darüber nachdenken und uns reflektieren, merken wir gar nicht, wie wir uns Freunde (Freundschaft) vergraueln.

Ich möchte in das Thema Freundschaft mit einer ganz wunderbaren Beschreibung einsteigen. Vielleicht erkennt ihr sie? Ich habe sie an manchen Stellen ein wenig vom Original abgewandelt, damit sie hierher passt. Ursprünglich ging es nicht um ein Pferd. Aber weißt du was? Es ist total egal, was ich einsetze, es passt einfach. Du wirst sehen. Es erklärt einfach so gut, was Freundschaft - was Vertrautheit ist.

Vom Zähmen zur Vertrautheit

Samstag, 16. Januar 2016

Verständnis von "Vorwärts" in der Bewegung des Pferdes in Bezug auf die Ausbildung zur Tragfähigkeit

VORWÄRTS


Unter Vorwärts versteht man im Allgemeinen Raumgewinn - die Bewegung nach vorn, um sich fortzubewegen.

Jedoch kann hier in Bezug auf die Art der Bewegung eine Unterscheidung oder eher gesagt eine Einstufung vorgenommen werden - nämlich in Bezug auf eben diesen Raumgewinn. Aktivität oder Vorwärts in der Bewegung ist in mehreren "Stufen" möglich.

Vorwärts braucht nicht zwingend Raumgriff. Aber Vorwärts braucht zwingend die Aufwärts-Tendenz in der Bewegung - dass der Schwung der Hinterhand bis zum Kopf bzw. Genick hindurchfließt. Ich wünsche mir von meinem Pferd, dass es mich spannungsfrei trägt. Dafür braucht es einen starken und locker schwingenden Rücken. Ist dieser verkrampft und festgehalten, schwingt er nicht und ich sitze dem Pferd lastend im Rücken. Damit mich mein Pferd in die Bewegung mitnimmt und nicht als Last empfindet, ist mein stetes Ziel ein losgelassenes Pferd, dass sich locker und frei bewegt. Da ich eben auf dem Rücken sitze, versuche ich immer die freie schwingende Bewegung im Rücken zu erhalten. Dann spüre ich auch, wie die Hinterhand den Rücken in der Bewegung mitnimmt - in Schwingung setzt. Ein Schwingen meint hier ein lockeres an und abspannen der Muskulatur und die freie, unverkrampfte, harmonische Bewegung des Rumpfes.

Stellen wir uns ein Tanzpaar vor:
Sie können in lebhaftem Rhythmus über die Tanzfläche fliegen -
sie können aber auch fast auf der Stelle tanzen ohne dabei still zu stehen, an Harmonie oder Aktion in der Bewegung zu verlieren, oder? Solange sie im Rhythmus bleiben, solange sie aktiv sind, ist jeder Schritt genauso wertvoll und elegant (je perfekter das Paar im Können und als Team).