Montag, 7. Oktober 2013

Wer sich besinnt - wird belohnt


Wer kennt das auch im Alltag mit seinem Pferd – hat man nicht so viel Zeit und ist vielleicht schon etwas ausgelaugt von der Arbeit – macht man tagelang das gleiche, übt an einer bestimmten Sache und merkt gar nicht, dass der Funke fehlt. Es wird dem Pferd langweilig, es muss gar nicht mehr so viel mitdenken, weiß es doch, was kommt.
Wer kennt das auch im Alltag mit dem Pferd – man hat sich ein Ziel in den Kopf gesetzt und arbeitet daran. Manche Übungen kennt das Pferd und trotzdem reagiert es heute auf einmal nicht oder nicht wie erwartet. Beispielsweise das Rückwärtsrichten: eigentlich kann es mein Pferd, doch heute wird es ein zickzack, oder das Pferd dreht nur den Kopf, hebt ihn und weicht nicht flüssig. Wie schnell verstärkt man seine „Hilfe“ und „Körpersprache“ hin zu einem „Schreien“, wird also überdeutlich, damit das Pferd die gewünschte und erwartete Reaktion zeigt. Daraus erwächst meist nur Hektik und Stress und kein zufriedenstellendes Ergebnis - auf keiner Seite.

Ich habe mir heute ganz besonders vorgenommen, sanft, gelassen und ohne viel zu erwarten zu meinen Pferden zu gehen. Und das wurde gleich doppelt belohnt.
Es begann damit, dass ich sie von der Koppel holen wollte.




Wie immer rufe ich sie. Aber nicht immer kommen sie, gerade die verfressenen schauen nur und fressen und weiter: „Solange die nur ruft, schnell noch weiter grasen, bis sie kommt.“ Manchmal ertappe ich mich, wie ich auf die beiden sauer werde, warum sie nicht hören wollen, dabei ist es eigentlich verständlich, wenn man das Pferd mit seinen Bedürfnissen betrachtet und miteinbezieht, dass

Sonntag, 6. Oktober 2013

Fragen und Wege - Teil 4 - Friederike Heidenhof

"Situationen in der täglichen Arbeit mit dem Pferd und Antworten verschiedener Ausbilder."


Frage:


"Mein Pferd verkriecht sich schnell hinter der Senkrechten und wenn ich es mit dem Zügel zu Stellung oder Nachgeben animieren möchte, nickt es nur nach unten hinten in Richtung Brust. Wie erreiche ich oder mit welchen Übungen kann ich meinem Pferd helfen, mehr Vertrauen zum Gebiss zu bekommen und sich nach vorwärts-abwärts zu strecken. Wie wichtig ist die "Anlehnung" oder ein Kontakt mit dem Zügel in der Ausbildung bei Pferden, die kein Vertrauen zum Gebiss haben. Mit welcher Übung wird meine Hand gefühlvoller."


Antwort:

(von Friederike Heidenhof, Co-Autorin von Uta Gräf)



„Das Verkriechen des Pferdes ist ein Problem, das nicht beiseite geschoben werden darf, weil die ganze weitere Ausbildung darauf aufbaut, dass das Pferd die Anlehung an die Reiterhand sucht. Werden junge Pferde mit zu viel Handeinwirkung geritten entzieht sich das Pferd dieser unangenehmen Einwirkung, in dem es sich „aufrollt“. Schon junge Pferde sollte es erlaubt sein,

Sonntag, 15. September 2013

Fragen und Wege - Teil 3

"Situationen in der täglichen Arbeit mit dem Pferd und Antworten verschiedener Ausbilder." 



Ich möchte mit einer kleinen Einführung beginnen, die das Thema auf den Punkt bringt: 
 
Ich habe vor einer Weile in einer Reithalle zugeschaut und eine junge Frau mit einem Pferd beobachtet, die dieses Pferd "ablongierte". Es raste im Kreis herum, total schief, verkrampft und ängstlich. Erst wollte ich wegschauen, dann habe ich eine danebenstehende Frau angesprochen, die mir so aussah, als ob sie etwas zu sagen hat, evtl. die Begleiterin oder Ausbilderin ist. Tja, sie war so überzeugt davon, dass das gut so ist und ja nur kurz sein wird und das legt sich schon, das Pferd muss ja nicht rennen, es muss aber ablongiert werden, denn wenn sie (eine Stute) sonst geritten würde, wäre das unter dem Reiter genauso, sie rennt sonst nur und und und. 
 
Ich habe sie gefragt, was sie damit bewirken möchte, welchen Lerneffekt das für das Pferd haben soll und dass es gesundheitsschädlich ist, dass gutes Reiten kein Ablongieren braucht oder wenn man dem Pferd entspannt zeigt, was man möchte, es nicht rennen muss, sondern mitdenken kann und die Beine "heil" bleiben - und so ähnlich. Sie wollte nicht verstehen, oder annehmen; ihr Weg sei der richtige, es sei ok so und das Pferd wird keinen Schaden nehmen, sie habe es ja schon immer so gemacht - waren ungefähr ihre Antworten.

Rund ums Thema Longieren sind in meinen Augen Babette Teschen und Tania Konnerth die Experten, die eine wundervolle Arbeit machen und sie weitergeben, damit Pferdebesitzer/Reiter und Pferde lernen und verstehen, wofür Longieren da ist und was es als Ausbildungsweg bewirken kann.

Babette hat mir auf die beschriebene Begebenheit geantwortet und mir erlaubt,

Sonntag, 8. September 2013

Fragen und Wege - Teil 2 - Tuuli Tietze


"Situationen in der täglichen Arbeit mit dem Pferd und Antworten verschiedener Ausbilder." 

Frage:

"Der Schlüssel beim Reiten sind die Paraden. Sie leiten Übergänge, Wechsel etc. ein, machen aufmerksam, versammeln ... Ein Wort, das für viele Reiter/innen sehr abstrakt ist. Was ist eine Parade oder besser wie kann ich sie dem Pferd beibringen oder wie setze ich sie um. Was macht mein Körper dabei. Mit welchen Bildern kann ich dabei arbeiten, um sie deutlich, klar und richtig zu geben?"

Antwort:

Den Stromkreis fließen lassen – damit Reiterhilfen ankommen!


Von Dr. Tuuli Tietze




Wenn das Pferd sicher an den Hilfen steht, lässt es die Reiterhilfen durch seinen Körper hindurch fließen. Dann kommen die Reiterhilfen an – immer! Doch das Pferd genau dazu zu bringen, damit tun sich viele Reiter schwer. Oft reicht schon eine kleine Unachtsamkeiten aus – und schon wird aus dem Zirkel ein Ei und das Pferd bricht über die äußere Schulter aus. Vielleicht verweigert es auch den Übergang – und spätestens wenn das im Gelände passiert, kann dieses Nicht-sauber-an-den-Hilfen-stehen sehr unangenehm und mitunter gefährlich werden. Es gilt deshalb unser Pferd so zu schulen, dass wir uns auf die gewünschte Reaktion verlassen können. Und das wirklich immer!



Den Strom fließen zu lassen, dafür bedarf es Feingefühl und eine gute Koordination der Reiterhilfen. Und: Pferd und Reiter müssen nach vorne denken!




Je nachdem, wie weit das Pferd ausgebildet ist, unterscheide ich drei Arten der Verbindung zwischen Pferd und Reiter: 1. Kontakt, 2. Anlehnung, 3. Versammlung.


Samstag, 7. September 2013

Kleine Serie: Fragen und Wege - Teil 1 - Michael Geitner

Fragen und Wege - Teil 1


Ich möchte hier eine kleine Serie starten, die aus einer Idee entstand, die ich in meinen Newsletter eingebaut habe. 
Da ich es sehr spannend finde, wie verschiedene Ausbilder mit Hürden in der Ausbildung des Pferdes und beim Reiten umgehen und wie sie Schwierigkeiten lösen, begann ich verschiedene Fragen an bekannte und erfolgreiche Ausbilder zu stellen und ihre Antworten in meinem Newsletter zu teilen. An dieser Stelle sei all denen gedankt, die sich die Mühe machten, mich darin zu unterstützen und zu antworten. 
Leider hat es sich gezeigt, dass viele Ausbilder nicht die Zeit aufbringen können, eine Antwort zu schreiben, da es meist nicht mit wenigen Worten getan ist und sie selbst genug zu tun haben. Dafür gibt es viele schöne und hilfreiche Bücher von ihnen und die Möglichkeit bei ihnen direkt Unterricht zu nehmen.




"Situationen in der täglichen Arbeit mit dem Pferd und Antworten verschiedener Ausbilder."

 

Hier nun die erste Frage mit einer Antwort des bekannten Ausbilders Michael Geitner und Begründer der Dualaktivierung und dem Be Strict Umgang mit Pferden:

Frage:

Was kann ich tun, wenn mich mein Pferd beim Holen von der Koppel zwar heran lässt, aber dann oder schon vorher weg läuft und sogar die anderen Pferde mit anstiftet über die ganze Koppel zu rennen, sich nur nicht von mir aufhalftern lässt? Was bedeutet dieses Verhalten?"




Antwort:

Solche Situationen zeigen mir, dass ich etwas anderes, ungewohntes machen sollte, um den Kreislauf zu durchbrechen. Evtl. aufgrund der ungeklärten

Donnerstag, 25. Juli 2013

Neuer Trend ? - Zebra - Look

Pferde werden zu Zebras


Nun liest man des öfteren über den Vorteil und die Besonderheit der Zebra-Streifen und ihrer Wirkung in der Natur. Immer mehr Pferde mutieren zu lustigen Zebras. Untersuchungen erbrachten eine interessante und plausible Antwort darauf, warum die Zebras ihre Streifen haben. Das ist kein Gag der Natur und auch nicht Zufall. Die Streifen halten Ungeziefer fern und schützen vor Stech-Attacken. Die logische Schlussfolgerung vieler Pferdebesitzer lautet: "Greife zum Pinsel!"  und verwandle Dein Pferd in ein Zebra.

Ich habe die Bilder und Lobesreden "Endlich Bremsenfrei" eine Weile verfolgt und mich dann ebenfalls bewaffnet. Ich wollte es wissen: 

Wie einfach ist diese Streifen-Hilfe am Pferd umzusetzen?
Ist meine gewählte Farbe haltbar und effizient?
Hält es lange und hält es die Bremsen fern?

Hier mein kleiner Rückblick des ersten Zebra-Imports in meinen Offenstall.


Tag 1:

Samstag, 1. Juni 2013

Verlade-Training


Verlade-Training mit Shira


Zuerst ein paar Worte zur Vorgeschichte. Als ich Shira gekauft habe und sie abholte, war es ein Krampf, sie zu verladen. Es hat lange gedauert, brauchte mehrere Anläufe und ist auch in meiner Erinnerung nicht das schönste Ereignis. Sicherlich hat Shira einiges gespürt, neue Situation (wenn überhaupt wurde sie vorher wahrscheinlich erst einmal verladen), weg von Zu Hause.
Sie ist aber super bei mir angekommen und hat sich prima eingelebt und angefreundet. Ich glaube, sie ist glücklich.
Pferde merken, wenn sie Zu Hause sind, wenn sie „geliebt“ werden, wenn sie bleiben dürfen und sich regelmäßig fürsorglich gekümmert wird.
Zu einer harmonischen und freundschaftlichen Beziehung gehört zum Einen einen achtungsvoller Umgang, Regelmäßigkeiten (kleine Abweichungen bspw. in der Fütterungszeit oder wann geritten wird, ist sicher nicht der Rede wert) für ein Wohlbefinden und Struktur im Alltag als auch Trainings-Einheiten mit Schwerpunkten auf Kommunikation, Regeln, Verhalten und Vertrauen. Es reicht nicht aus sich, wann einem gerade danach ist, aufs Pferd zu setzen und seinen Spaß auszuleben. Arbeit an der Basis, also dem Vertrauen, dem Verständnis unserer Sprache, Kennenlernen der Eigenheiten, Bedürfnisse und Ausdrucksweisen des Pferdes sind ebenso von großer Bedeutung – ganz besonders für nicht alltägliche Situationen oder sogar Notfälle, in denen ich nicht erst anfangen kann, dem Pferd zu erklären, was ich eigentlich will. Schrecksituationen, Tierarztbesuche (manche Pferde verbinden damit negatives) oder eben das Verladen aus welchem Anlass auch immer sollten im Alltag sozusagen gestellt werden, um zu üben, um dem Pferd Angst zu nehmen, um die Kommunikation und das Vertrauen zum Mensch zu vertiefen und können im Training als Abwechslung und Herausforderung in unterschiedlicher Weise eingebaut werden.

Ich habe seit langem darauf gewartet, einen Hänger nutzen zu können, um mit Shira das Verladen zu üben. Mein Ziel war es, zu überprüfen, wie sie sich verhält und ggf. solange zu üben, bis sie mit dem Hänger etwas Schönes verbindet.
Endlich hatte ich für kurze Zeit einen alten Hänger zur Verfügung.
Und ich war überaus überrascht.

Hier folgt eine kleine Fotoserie unseres Trainings.


Zuerst die Vorbereitung, ein Futtereimer wartet dann als Belohnung, wenn Shira es geschafft hat.