Mittwoch, 17. August 2016

"Mit Pferden wachsen"

Pferde sind etwas ganz besonderes - unterstreichst Du das auch?

Pferde sind völlig eigene und unterschiedliche Persönlichkeiten. Eigentlich klar. Doch in der Praxis ist es schon schwerer anzunehmen und sich daran zu erinnern - nämlich dann, wenn man ihnen gegenüber steht und handelt.

Pferde haben ihre eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse - kann man akzeptieren oder? Und wie ist es damit, seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen für ein Pferd zurückzustellen?

Das Pferd als völlig eigene Person (mit Gefühlen, Bedürfnissen, Erwartungen, Vorstellungen und Eigenheiten) zu betrachten und ihnen so vorurteilsfrei, lernbereit zu begegnen, ist schwer, wenn man sich die Reiterwelt anschaut. Aber in meinen Augen die größte Chance für einen selbst - nämlich um zu reifen, innerlich zu wachsen und sich zu entwickeln.


Du und (D)ein Pferd


Eigentlich ist das keine Überschrift, vielmehr sollte ich das als eine Frage in den Raum stellen: Warum suchst Du den Kontakt mit Pferden? Und was erwartest und erhoffst Du von und mit ihnen?

Hier hat sicher jede/r von uns die eigene Geschichte, mit Träumen, Hoffnungen, Erwartungen und Vorlieben.

Die eine wollte schon als Kind über die Wiesen fliegen.
Die andere brauchte einen Freund.
Oder man fühlte sich neben diesem bezaubernden starken Wesen einfach besser, größer, geborgen.
Und getragen zu werden und diese Kraft auch noch zu lenken - ein Gefühl, das uns innerlich stärkt.
Oder war es die Suche nach Trost? Nach Bewegung? Das Stall-Feeling oder gebraucht zu werden? Die Zutraulichkeit und Offenheit der Pferde, die uns verliebt macht?
Oder ...

Und doch ist es auch irgendwie ganz egal, warum ich mich mit Pferden umgeben und mit ihnen etwas erleben und zu tun haben möchte.
Denn was sie mir persönlich geben, übersteigt alles, was ich einmal dachte, und was mich dazu bewogen hat, mit ihnen zusammen zu sein.
Doch nur, weil und wenn ich ohne Erwartungen und ehrlich partnerschaftlich auf mein Pferd zu gehe. Ich glaube, den Zauber kann man nur dann spüren, wenn man offen ist und zuhört. Mein Pferd und ich. Gleichwertig gegenüber. Denn dann nehme ich wahr, welche Persönlichkeit ich vor mir habe, was ich von dieser lernen kann, wie wir zusammen etwas freudvolles erleben können - weil ich ihm seine Rechte zugestehe, zuhöre, warte und neben Fragen auch seine eigenen Antworten zulasse. Dann wird es spannend und es ist ein Dialog. Das macht wirkliches Miteinander aus.
Passend hierzu habe ich einen Artikel verfasst, der sich mit der Höflichkeit im Umgang mit dem Pferd befasst.

Dazu eine kleine Begebenheit.

Mein Vayu ist ein ganz feines und sensibles Pferd. Der mag es nicht, wenn man forsch auf ihn zugeht und denkt: "Hat der ein schönes Fell und diese großen zarten Nüstern ... oder die süßen gebogenen Ohren! Und wie er mich anguckt." um ihn dann gleich zu streicheln, im Gesicht, hinter den Ohren oder am Hals. Ja genau dorthin gehen die meisten Menschen als erstes. Das wäre aber so, als würde ich zu einem fremden Kind gehen, ein süßes kleines lächelndes Kind, mit hübschen Augen und schönen blonden Locken, und es im Gesicht anfassen, über die Wange streichen oder gleich einmal an mich drücken. Ich bin mir sicher, fast jedes Kind würde sich dieser Zuwendung erst einmal entziehen. So macht es auch mein Vayu. Und warum? Weil das einfach zu schnell zu intim ist. Wenn man sich kennenlernt und der Gegenüber damit auch ein bisschen von seinem Wesen offenlegt, merke ich, was ich kann oder darf und was derjenige nicht mag. Bei Kindern (überhaupt jedem Menschen) und bei Pferden.
Fragen, warten und zuhören. Damit kann ich mich einem Pferd nähern. Und dann lässt es mich auch oder zeigt mir, was gerade passt und was nicht. Und das sollte ich nie überschreiten, aus Respekt.

Ich kenne Vayu nun schon lange und weiß, was er mag. Manchmal merke ich nur, dass ich es gern anders hätte. Ich möchte schon gern kuscheln, hätte gern seine zarten Nüstern im Gesicht oder dass er sich anschmiegt. Das mag er meistens aber nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich es verlange oder erwarte. Je weniger ich erwarte, umso mehr gibt er. Dann nimmt er mich und mein Inneres an, das was Pferde nämlich spüren können, unsere inneren Gedanken und Bilder und Empfindungen.
Vor ein paar Tagen bin ich besonders bewusst unvoreingenommen zu ihm gegangen. Wir hatten eine schöne Einheit, er hat sich bemüht alles richtig zu machen, mich zu verstehen, sich für mich anzustrengen und es war wunderschön, wie wir kommunizieren konnten. Ganz besonders, weil ich weiß, dass er will, dass er mitdenken möchte und dass er es mag, wenn wir als Partner zusammen arbeiten - dass er eben auch ein Wort mitsprechen darf. Dann zeigt er mir gern was er gerade möchte, was er gerade versteht und daraus erwächst so oft ein wunderbares Miteinander, wo ich aus dem Strahlen nicht mehr herauskomme. Weil und wenn ich nicht erwarte. Weil und wenn ich zuhöre und Antworten zulasse, auch wenn sie anders sind, als ich im Kopf hatte. Das ist die Herausforderung. Und dann ist es genau der Punkt, an dem ich lernen kann und darf. Das macht mich stolz.
In dieser Einheit zeigte er mir plötzlich etwas, das mich sehr glücklich gemacht hat. Wir blieben für eine Pause stehen. Ich sortierte die Longe und bin wohl unbewusst ein Stück rückwärts gegangen. Normalerweise möchte ich schon, dass er stehenbleibt - doch an diesem Tag kam er langsam auf mich zu und ich dachte kurz: "Nein, warte mal ab, lass ihn, er muss nicht stehenbleiben. Vielleicht will er etwas." Und so war es: Vayu kam auf mich zu und schob seine Nase und Kopf ganz nah an mich und unter meinen Arm. So sanft und liebevoll, wie ich es nie erreiche, wenn ich auf ihn zukomme. Wir standen so eine ganze Weile, er wollte richtig liebkost werden und ich konnte fühlen, wie dankbar er dafür war, dass ich mich mit meinem Inneren ihm zugewandt hatte. Er genoss die Pause.
Man hört und sieht nur mit dem Herzen gut. Genauso fühlte es sich an und es war ein traumhaft schöner Moment, den ich nie vergessen werde.
Das war wie die Erinnerung daran, wie die Haltung ihm, einem Pferd gegenüber sein sollte. Offen und achtsam in Bezug auf die Persönlichkeit, Eigenheiten und Wünsche. Es lohnt sich.


Mein Pferd - ein Therapeut und Lehrer


Wir stecken mitten im Leben. Und das ist ein ständiges Lernen und Reifen. Und wir kommen von einer Hürde zur nächsten Herausforderung.
Wenn man daran denkt, dass alle Beziehungen, Freunde und Familie für uns lebensnotwenig sind, kann man es zulassen, dass auch Tiere darin eine Rolle spielen können.

Das ist in meinen Augen unglaublich spannend.

Die Spannung steckt im Detail.

Unser Leben ist doch ein Prozess, ein Weg des Lernens, sich Entwickelns, Wachsens und Reifens. Wachse über Dein Jetzt hinaus. Überwinde Deine Ängste. Gehe Deine Probleme an.
Wir brauchen meist jemanden, etwas, eine Situation, um zu merken, was wir lernen sollten, wo wir uns überwinden müssen und wo es Lösungen in Beziehungen, im Verhalten, in Umständen zu suchen gibt.
Gerade, wenn wir einen verstrauensvollen Begleiter haben, der uns liebevoll darauf stößt und nicht verurteilt, fällt es leichter, zuzugeben und sich zu öffnen.

Mit Pferden ist genau das spannend (und vielleicht etwas einfacher als in menschlichen Beziehungen, weil sie nie gewaltvoll oder verletzend kommunizieren): ihnen nicht als gewollt dominanter Führer entgegenzutreten, sondern als gleichwertig. Höre zu und warte ab!
Es geht nicht darum, sich und seine Überzeugungen unbedingt durchzusetzen. Vielmehr sollte die Beziehung und das Miteinander so gestaltet sein, wie zwei Freunde, die vor einer Knobelaufgabe stehen. Jeder hat gleich gute Ideen. Jeder hat Wünsche, Erwartungen, Kräfte, Schwächen und eine Meinung. Lässt man sich auf den anderen ein, erhält man zu seiner eigenen eine weitere Kraft - die Persönlichkeit des anderen - mit all seinen Ansichten, Gefühlen, Erfahrungen, Einstellungen, Ideen, Fragen und Antworten. Eine Bereicherung.
Warum?
Weil wir mehr erleben können, als unser eigener Horizont hergibt.
Weil wir Sichtweisen eröffnet bekommen, die wir allein nicht gehabt hätten.
Wir erhalten Rückmeldungen zu unserem Handeln ohne abwertend bewertet zu werden.
Wir dürfen jemanden wirklich kennenlernen. Das Außen ist nur ein kleiner Teil einer Persönlichkeit. Wie sich jemand gibt (auch wir selbst) ist nicht alles, innen drinnen kann es ganz anders aussehen.

So ist es mit meinem Pony.
Er war von Anfang an rüpelhaft, aufdringlich, respektlos und damit teilweise unberechenbar. Es lag nicht nur an ihm, sondern an seinem fehlenden oder fehlerhaften Ausbildungsweg. Denn in ihm steckt ein ganz anderes Wesen. Doch offensichtlich erschien immer das freche Pony. Man hat das Gefühl durchgreifen zu müssen. Wut, Ungeduld oder das Gefühl Kontrolle zu verlieren, scheint er herauszufordern. Wie ein manipulierender Spiegel. Er reizt und kitzelt an den Grenzen und dem, was die Persönlichkeit in solchen herausfordernden Momenten ohne nachzudenken an den Tag fördert. 
Ja, das kann sehr hilfreich sein. Aber es ist auch demütigend. Wenn man aus der Fassung gebracht wird. Wenn man vorschnell und ohne zu denken handelt.
Auf diese Weise ist er ein Lehrer, der immer wieder an den Grenzen wackelt. Spannenderweise steckt er das weg. Er hat sehr viel Selbstbewusstsein und auf der anderen Seite viel Demut und Geduld - Geduld, zu warten bis jemand versteht. Und dann - es überrascht und überwältigt mich jedes Mal - zeigt er seine zweite Seite: Er kann sehr sanft sein, stillhalten und überträgt seine Wärme und Zuneigung direkt ins Herz. Er ist einfach da und hält Kontakt. Alles Zappeln, Schnappen, Drängeln ist weg. Er ist einfach da und freut sich über ein "Danke", lässt sich verwöhnen und gibt diese Zuneigung genauso zurück.
Das ist wie Coaching auf eine ganz andere Art. Ein: "Schau in den Spiegel und sieh hin! Komm aus Dir heraus und arbeite mit Deinen Emotionen. Lerne verständnisvoll zu sein, zuzuhören, abzuwarten, gut zu beobachten und zu trennen, was nichts mit Dir zu tun hat. Nimm nicht alles persönlich. Sei dankbar und bleibe ruhig. So wirst Du gelassen und zufrieden. Dann öffnet sich das Tor zur anderen Persönlichkeit, weil Du offen und klar bist.
Leider und schade, dass genau solch eine Haltung so schwer ist und genau das Gegenteil auf fast allen Reitplätzen zu sehen ist.


Das Potential und der verborgene Schatz


Über die Jahre habe ich zum Einen gesucht und gesammelt, was Pferde alles können und bewirken. Zum Anderen wollte ich es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema des therapeutischen Einsatzes von Pferden in Theorie und Praxis in Bezug auf den Zeitrahmen genau wissen und dann nach meinem Studium selbst in allen Facetten spüren:
Wie Pferde in Bezug auf mich und (meine) Kinder wirken können und mich in meiner Entwicklung begleiten.


Pferde ...


Pferde können uns helfen zur Ruhe zu kommen, zuzuhören und uns selbst genau zu beobachten, denn sie spiegeln unser Verhalten und unsere Haltung.

Wenn wir es richtig nutzen, können uns Pferde wie ein Coach begleiten, uns selbst zu reflektieren und uns in unserer Persönlichkeit zu entwickeln - zu wachsen.

Im Umgang mit dem Pferd müssen wir konzentriert sein, denn Ablenkungen können Folgen haben: der Huf auf dem Fuß, ein Pferd, dass zum Gras läuft oder dass wir denken, nun müssen wir durchgreifen, das Pferd hat nicht aufgepasst - doch dann und dadurch werde ich grober in meiner Einwirkung. Leider tun wir dem Pferd damit Unrecht. Wir waren die Ursache, haben nicht aufgepasst und das Pferd übernimmt deshalb die Verantwortung für seinen Weg - meist nicht nach unseren Wünschen. Aber es hat Recht. Wir tun als Mensch immer so, als wären wir unangefochten der Chef, das Leittier, der Könner. Dass wir aber so vieles gar nicht bemerken, nicht sehen, nicht hören, nicht riechen, nicht wahrnehmen und spüren, kehren wir unter den Tisch. Eigentlich sind uns die Pferde meilenweit voraus mit ihren Fähigkeiten. Nur eins haben sie nicht: das Wissen um die Details in unserer Welt. Wo sie herkommen gibt es keine Traktoren, Planen, Luftballons, kläffende Hunde, die nur laut sind, schreiende Kinder .... In unserer Welt können wir ihnen zeigen, was ungefährlich ist und ihnen vertrauensvoll zur Seite stehen. Und wir können ihnen helfen, in unserem Leben ein gesunder Partner zu sein, statt ihre Gutmütigkeit auszunutzen und sie zu unterdrücken. (Komisch, dass Menschen das oft so ansich haben.)

Wir können aber lernen, dem Pferd ein gerechter und vertrauensvoller Führer zu sein. Und das ist das spannende am Miteinander mit dem Pferd: Wir können lernen und zu etwas werden. Nicht das Pferd.

Wir können uns entwickeln, konzentriert, selbstsicher und vorausschauend zu sein in allem was wir tun und vorhaben. Strafe ist etwas für Schwache. Denn man straft beim Pferd meist die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten. Lernen wir aber darüber bewusst zu sein, im Jetzt völlig anwesend und wissend was wir tun, können wir klar kommunizieren und reflektieren, wo wir nicht deutlich genug waren, wo wir Missverständnisse erzeugt haben und immer klarer zu werden und mit weniger auszukommen.

Das fördert und formt uns selbst in unserer Persönlichkeit, dem Auftreten und der inneren Haltung. Pferde sind damit wie Partner, die uns lehren, uns entwickeln lassen, weil sie ein Gegenüber sind, der nicht diskutiert, sich aufdrängen oder erklären will. Sie sind einfach. Und wir fühlen uns nicht schwach und klein neben ihnen.


Deshalb fördern Pferde uns in unserer Entwicklung und Persönlichkeit. Sie "reizen" uns, an uns zu arbeiten, uns und unser Handeln zu reflektieren und weiter zu denken, weiter zu streben und weiter zu wachsen. Ein Lebens-Prozess.


Pferde und Kinder

Das ist noch ein weiterführenderes Thema, denn hier geht es um mehr als ums Verhalten und Erkennen. Hier geht es um die Entwicklung eines Lebewesens in seinen Stärken und Schwächen und das zum Ersten in Bezug auf seine Lebens-Umwelt. Es geht erst zweitrangig darum, ein Pferdemensch zu werden. Denn Pferde als "Therapeuten" geben Kindern eine Chance sozusagen versteckt ihre sozialen Aufgaben und ihre Entwicklungsaufgaben zu erfüllen und an ihnen zu wachsen.

Aus diesem Grund bin ich auch der Meinung, dass Reitenlernen etwas ist, bei dem man behutsam vorgeht. Zu Anfang (bis ca. 10 oder 12 Jahren je nach Kind) steht der Spaß, Freude, die Bewegung, Rhythmus, Beziehung, Verstehen, Umgang, Alltag, Versorgen, Verstehen, Beobachten und mit dem Pferd die Natur, seine Umwelt, unsere Umwelt kennenzulernen im Fordergrund. Es ist eher eine pädagogische Förderung am Kind orientiert. Denn die Zusammenhänge von Biomechanik, Hilfengebung und sportliches Fitnesstraining des Pferdes ist etwas, dass Kinder noch nicht im Ganzen begreifen können. Dennoch kann ich es nicht unter den Tisch kehren und sagen, na dann ist es ja egal, wie das Pferd sich bewegt. Nein, gerade deshalb brauche ich ein Pferd, dass sich gut formen lässt und eine gewisse Balance erreicht hat, um unausbalancierten Kindern Balance und Mitschwingen zu lehren: ohne Zügel (um sich nicht daran festzuhalten), ohne auf sich allein gestellt zu sein. Auch wenn es der Wunsch der Kinder ist, allein zu reiten, sind sie mit so einem großen Pferd überfordert. Vielmehr sehe ich es als Chance, dass sie fühlen lernen und verinnerlichen, wie sie sich zusammen mit dem Pferd bewegen und dann nach und nach kleinschrittig lernen, wie man mit einem Pferd kommuniziert und wozu diese Kommunikation eigentlich wichtig ist. Nicht einfach nur zum Lenken, sondern wie im Tanz eine harmonische Bewegung zu erreichen, bei der die Energie durch das Pferd fließt. Kinder sind die Reiter von Morgen. Ich jedenfalls wünsche mir Morgen Reiter, die ohne Rollkur, schäumende Mäuler, erzwungene Bewegungen, zugeschnürte und verspannte Pferde mit ungenügender Tragemuskulatur.


Zum Abschluss habe ich zusammengestellt, was in meiner pädagogischen Arbeit mit Kindern und Pferden hervorsticht und als Potential genutzt werden kann:

Pferde ...

... regen die Aufmerksamkeit an und wecken die Neugier
... wirken motivierend
... helfen, sich zu entspannen und Stress abzubauen
... sprechen alle Sinne und deren Wahrnehmung an
... schenken gleichzeitig aber auch Bewegungserfahrungen und ermöglichen daraus einen Bewegungsdialog zu gestalten
... fördern die Fitness
... schulen das Rhythmusgefühl, Koordination und Konzentration
... und fördern und fordern das Gleichgewicht, innerlich wie äußerlich

Pferde ...

...fördern Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein
... fördern Respekt vor Lebewesen und Rücksichtnahme
... setzen klare Signale und somit direkte Grenzen
... fördern die Selbst- und Fremdwahrnehmung
... bieten Erfahrungen sozialen, kommunikativen und kooperativen Verhaltens
... fordern den Umgang mit Ängsten heraus und konzentriert und klar zu agieren

Pferde ...

... ermöglichen Körperkontakt und befriedigen damit das Bedürfnis nach sozialer Nähe
... können trösten
... schaffen eine Atmosphäre, in der Vertrauen wachsen kann
... bringen Freundschaft
... helfen, mutiger zu werden
... und sind ein Ausgleich nahe bzw. in der Natur

Pferde sind auch wie ein Spiegel ...


Was zeigt Dir Deiner?



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Hier gibt es etwas passendes zum Weiterlesen:


Samstag, 6. August 2016

Die Sache mit der Biomechanik - ein Thema für JEDEN.

"Ich will einfach nur reiten und Freude mit meinem Pferd haben." (ein richtiger und wunderbarer Wunsch, gerade bei Freizeitreitern, die keine Turnier-Ambitionen haben. Doch da steckt etwas im Detail: die ehrliche Beziehung und die Biomechanik. Ohne die wird das nur einseitig.)

Ich auch. Muss ich dazu sagen.
Und ich will auch einfach nur schöne Zeit mit meinem Pferd verbringen. 
Respektvoll.
Harmonisch.
Voller Vertrauen.
Entspannt.
Zufrieden - mein Pferd genau so wie ich.

Und das heißt für mich: Ich muss mich immer wieder darum bemühen, diese Grundlage zu legen, zu erhalten und mich zu verbessern, damit mein Pferd auch mit Freude (körperlich und geistig) dabei sein kann.
Und das heißt, dass ich mein Pferd gesund erhalten muss. Ohne Gesundheit keine Zufriedenheit.


Gesundheit - ist doch keine Frage!


Klar wollen wir gesund sein und bleiben und geben uns alle Mühe, unsere Pferde gesund zu halten. Doch schon hier scheiden sich die Geister:
Hufeisen?
Offenstall?
Weidehaltung das ganze Jahr?
Heu 24 Stunden?
Western reiten?
Dressur reiten?

Was ist eigentlich richtig?

In diesem Artikel möchte ich mich den letzten Fragen widmen. 
Doch kurz zu den anderen Themen.

Montag, 18. April 2016

Was reiten wir und warum? Reiten ist heute ein Geschenk, wir müssen es nicht. Warum dann? - Gedanken um Reitkunst und Kommunikation

Warum hast Du ein Pferd oder warum reitest Du?


Im letzten Artikel ging es mir um das Thema: "Stempel drauf - das ist eben so. Statt Symptome zu behandeln, sollten wir lieber nach den Ursachen suchen und sie verstehen" Also mehr um das Reiten und wenn Probleme auftreten.

Heute stelle ich mir Fragen zum Reiten überhaupt:
Was ist Reiten? Das ist eine interessante Frage. Was ist es für Dich?
Warum Reitest Du? Hast Du ein Bild von dem, was Du erreichen willst? Geht es mehr um ein Gefühl oder um ein Ergebnis?



Ich kann nur für mich sprechen, was ich mir wünsche und anstrebe:

Samstag, 19. März 2016

Stempel drauf - das ist eben so. Statt Symptome zu behandeln, sollten wir lieber nach den Ursachen suchen und sie verstehen.




Eine bestimmte Haltung begegnet mir immer wieder, auch bei mir selbst. Dass man eine bestimmten herausfordernde Situation (manchmal ist es schwer, diese als solche zu erkennen) mit der Aussage abtut:
"Das ist eben so." 
Oder 
"Das war schon immer so."
Auch in der Abwandlung:
"Der (Pferdename) ist eben so, das macht er immer so" oder "bei dem ist das so".

Hast Du Dich auch schon einmal erwischt, dass du in einer Situation auf diese Weise denkst?

Das ist eben so!


Ich möchte mit einem Beispiel (erfunden, aber beruht auf Beobachtungen) einsteigen.

Der Max ist ein Schulpony. Deshalb hat er schon eine Menge zu leisten. Er bemüht sich auch, er gibt sich immer Mühe und macht soweit mit, wie er kann. Wenn er denn eine Wahl hat. Schulponys werden von ihren kleinen ReiterInnen meist innig geliebt, aber wenn es um deren Persönlichkeit und Handlungen geht, nicht immer richtig verstanden und dann in Schubladen gesteckt.
So auch der Max.
Über ihn sagt man: Er ist faul, dickköpfig und legt sich auf den Zügel. Wenn der nicht will, dann musst Du Dich eben durchsetzen.

Dienstag, 8. März 2016

Galopp kennen, Kreuzgalopp korrigieren: Vorbereitendes Verständnis für die praktische Umsetzung

Mein letzter Beitrag widmete sich einem Thema und Fragen, das uns im Alltag begleiten. "Mut" und "wonach strebe ich", mit welchen "Teil-Zielen" gebe ich mich zufrieden? Es geht eben nicht immer nur um die Perfektion und den Weg dorthin, wenn es verbissen ist und man die Freude und Leichtigkeit am Miteinander verliert. Die Leichtigkeit auch darin, was uns die Pferde anbieten und tun wollen. Muss es immer mehr sein? Wo ziehe ich denn nun eine Grenze, wenn es um das Miteinander, die sportliche Betätigung (Reiten) geht oder das gesunde Bewegen und Trainieren?
"Nur Mut! Lebe und wachse mit den Umständen." Ein Pferd mit seinen körperlichen Gegebenheiten ist immer auch eine Voraussetzung. Ich denke die meisten Freizeitreiter haben kein gezüchtetes Sportpferd mit guten körperlichen Merkmalen. So müssen wir in unserer Verantwortung dem Pferd gegenüber, wenn wir es reiten wollen, auch an seine Gesunderhaltung denken. So spielt auch täglich die Arbeit an der Basis eine Rolle: immer wieder zurück zu dem Leichten, dem Verständlichen, und das zu festigen, was ich eigentlich brauche und mir von meinem Pferd wünsche; wie beispielsweise das Stillstehen, Hufe geben ohne zu zappeln, mir aufmerksam folgen ohne mit der (mind.) halben Konzentration ans Gras zu kommen oder auch auf meine Anfragen an die Form des Pferdes auf Signale und feine Hilfen zu reagieren, im Stand und in der Bewegung.

Vom Alltag geht manch einer doch mehr oder weniger oft auf Probleme zu und muss sich entscheiden, diese zu ignorieren (manchmal vorerst gut aber im Grunde nicht vorteilhaft), zu durchdenken (immer der erst beste Weg, um nicht überstürzt und emotional oder gar nicht zu handeln) oder sie anzugehen (am besten mit Plan und Stück für Stück). 
Probleme sind Herausforderungen, mehr nicht. Eigentlich nichts dramatisches, wenn man sie rechtzeitig sieht. Wer zu lange wartet kann mit manchen Kleinigkeiten ein großes Problem heranzüchten. Ansonsten sind es alltägliche Schwierigkeiten - wir sind alle nur Menschen mit ganz normalen Pferden. Und die sind weder Computeranimiert noch aus dem Lehrbuch. Sie sind Pferde, die wie wir entweder mehr hier oder dort ihre Schwachstellen haben. Sei es die Schiefe, die Verdauung, die Hufe oder der Rücken, das Verhalten, der Charakter, Angst oder eine Gangart. 


Und darum soll es hier gehen. Ein Problem - nein eine Hürde, die mich und mein Pferd begleitet, die aber nicht dramatisch ist. Sie liegt mir jedoch am Herzen. Ich arbeite daran, sie zu überwinden, da ich weiß, dass es der Gesundheit und Bewegung meines Pferdes nur Gutes bringt, sie systematisch anzugehen.
Der Galopp - oder eben speziell der fehlerhafte Galopp - meine Stute galoppiert nämlich auf einer Hand im Kreuzgalopp.

Dienstag, 23. Februar 2016

Nur Mut! Lebe und wachse mit den Umständen, statt unter dem Druck der Perfektion zu verhärten.

Das heutige Thema ist für mich nicht nur essenziell, sondern auch ein Teil meines Weges und meiner Chance mit und an meinen Pferden zu wachsen.
Ich möchte Dir hiermit meine Gedanken und Erfahrungen mitgeben, die es Dir hoffentlich erleichtern, Deinen Druck zu nehmen und die Probleme von Dir und Deinem Pferd spielerischer anzugehen.


Das Training eines Pferdes ist zwar in dem Sinne kein Spiel - Sport ist anstrengend - aber Anstrengung ist leichter und kann Spaß machen, wenn die Haltung stimmt. Die kann auch im Spiel und mit Freude geleistet werden.

Hier habe ich einen Artikel zu dem großen Thema des Pferde-Trainings in Hinsicht auf die Gymnastizierung.

Von der Voraussetzung und dem Weg


Zählen wir einmal auf, was Du sicher schon weißt, aber zum Pferd gehört wie das Dach zum Haus.
- Pferde sind von Natur aus schief.
- Pferde haben damit eine Schokoladenseite und die bevorzugen sie in der freien Bewegung.
- Pferde haben aufgrund der Schiefe ihre eigene Balance - nur nicht gerade eine gute Voraussetzung für das Tragen eines Reiters. Deshalb trainieren und stärken wir unsere Pferde ja auch. Und wir bemühen uns sie auf beiden Körperseiten gleich gut zu stärken und zu dehnen.
- Auch etwas schiefes kann im Gleichgewicht sein, wenn es sich von der Form und Kraft her ausgleicht.

Schau Dir dieses Bild an: Eine Waage im Gleichgewicht besteht, wenn sie gleich gewichtet ist. Doch können Körper diese Art von Gleichgewicht verlassen. Diese beiden Körper befinden sich in dieser Sekunde nämlich in völliger Balance ohne vom Gleichgewicht symmetrisch zu sein. Was nicht symmetrisch ist, wird durch Kraft und Gegendruck muskulär ausgeglichen.

So ist es auch beim schiefen Pferd. Das Pferd kommt damit prima zurecht. Solange es nicht unter einem Reiter gezwungen ist, sich zusätzlich auszugleichen und wider seiner Natur auf gebogenen Linien zu gehen. Pferdetraining setzt ebenso hier an, nämlich das natürliche Gleichgewicht in dieser neuen Situation und Bewegung zu finden.

Wenn das alles nur einfach wäre! Nicht nur das Pferd hat zu tun, mit dem Lernen und sich körperlich anstrengen. Auch der Pferdemensch muss lernen, zu verstehen, zu sehen, zu dosieren und zu helfen. Gern würde ich hier den Punkt so stehen lassen. ABER? Aber was ist mit den Momenten, wo man gerade keine Lösung parat hat außer weitermachen, drüber hinweg sehen oder hoffen?

Samstag, 6. Februar 2016

Freundschaft braucht Einfühlungsvermögen: Beispiele aus dem Leben

Hier kommt nun der zweite Teil zum Thema:
Freundschaft und Einfühlungsvermögen.

Du möchtest zuvor noch einmal den 1. Teil lesen? Es ging um: "Einfühlungsvermögen - ein Schlüssel für Freundschaft und Zuneigung"


Für mich ist dieses Thema ebenbürtig mit der Basis im Umgang mit dem Pferd, was das Pferd lernen sollte, wie wir es zu einem Reitpferd erziehen. Freundschaft ist die Basis auf der emotionalen Ebene, in Bezug auf die Einstellung, so wie Vertrauen und Respekt.

Jede ReiterIn oder PferdebesitzerIn macht im Laufe der Zeit Erfahrungen, lernt aus Fehlern und entwickelt sich. Das auch auch gut so und richtig. (Wenn hoffentlich keine Gewalt und Unterjochung dabei ist.)
Doch manchmal ist mir aufgefallen, dass mich jemand auf etwas angesprochen hat, das mich dann zum Nachdenken angeregt hat: ich wäre von allein irgendwie einfach nicht darauf gekommen. Entweder weil man es eben so gelernt hat. Oder weil es logisch erschien. Oder weil man schlicht und einfach nicht bemerkt hat, dass dort ein i-Tüpfelchen mit bitterem Beigeschmack für das Pferd ist. Hm, dachte ich dann immer, wieso habe ich das nicht gesehen? Nicht gemerkt? Mich nicht gefragt, was ich hier warum mache. Wie geht es anders? Mache ich das nur, weil es alle so machen? Kann ich nicht reflektieren?
Nein - manchmal kann man das einfach nicht. (Weil nicht jeder ein Einstein oder Newton ist.) Dennoch können wir immer wieder versuchen, nachzudenken, bevor wir handeln; mitzudenken, in Bezug auf die Gefühle, die Befindlichkeit des Anderen; und das zu überdenken, was wir als Normal ansehen.

Was hat das mit Freundschaft zu tun? Könntest Du fragen.

Samstag, 30. Januar 2016

Einfühlungsvermögen - ein Schlüssel für Freundschaft und Zuneigung

Das Thema "Freundschaft" ist denke ich sehr wichtig oder grundlegend, wenn man sich für Pferde interessiert oder sogar ein Pferd kauft bzw. hat.  
Ich könnte auch sagen "besitzt", doch gerade hier im Zusammenhang mit diesem Thema, wäre das Anstoß für eine weitere Auseinandersetzung der Bedeutung des Wortes. Kann ich einen Freund "besitzen"? Auch wenn das Wort in der Umgangssprache nicht philosophisch genutzt wird, haben Worte eine Bedeutung und Schwingung. 


Wer also ein Pferd hat oder den Umgang pflegt (ich erinnere mich an meine Mädchen-Träume) sucht einen Partner, Freund, einen Gefährten. Doch, dass unser Verhalten diesen Pferden gegenüber oftmals gar nichts mit Freundschaft, Achtsamkeit, Vertrauen zu tun hat, merken wir gar nicht (leicht). (Leider reden sie nicht, beschweren sich nicht und schreien nicht auf, wenn`s schmerzt.) Es ist so selbstverständlich (in unserer Welt, in der Gewalt mehr in den Nachrichten vorherrscht, als positive freudvolle Meldungen), dass Menschen oft glauben, sie seien die Krone der Schöpfung mit allen Rechten, alles zu dürfen und dass sie schon genug wüssten und Fehler nur die anderen machen. (Ich übertreibe ein bisschen. Aber wenn ich in mich hinein horche und diese Kronen-Überheblichkeit einmal außen vor lasse, kann ich oft genug - insgeheim - zugeben, dass ich kaum übertreibe, denn die Auswirkungen finden sich schon in winzigen Kleinigkeit. Doch dazu komme ich noch.)

Und wenn wir nicht so oft es geht darüber nachdenken und uns reflektieren, merken wir gar nicht, wie wir uns Freunde (Freundschaft) vergraueln.

Ich möchte in das Thema Freundschaft mit einer ganz wunderbaren Beschreibung einsteigen. Vielleicht erkennt ihr sie? Ich habe sie an manchen Stellen ein wenig vom Original abgewandelt, damit sie hierher passt. Ursprünglich ging es nicht um ein Pferd. Aber weißt du was? Es ist total egal, was ich einsetze, es passt einfach. Du wirst sehen. Es erklärt einfach so gut, was Freundschaft - was Vertrautheit ist.

Vom Zähmen zur Vertrautheit

Samstag, 16. Januar 2016

Verständnis von "Vorwärts" in der Bewegung des Pferdes in Bezug auf die Ausbildung zur Tragfähigkeit

VORWÄRTS


Unter Vorwärts versteht man im Allgemeinen Raumgewinn - die Bewegung nach vorn, um sich fortzubewegen.

Jedoch kann hier in Bezug auf die Art der Bewegung eine Unterscheidung oder eher gesagt eine Einstufung vorgenommen werden - nämlich in Bezug auf eben diesen Raumgewinn. Aktivität oder Vorwärts in der Bewegung ist in mehreren "Stufen" möglich.

Vorwärts braucht nicht zwingend Raumgriff. Aber Vorwärts braucht zwingend die Aufwärts-Tendenz in der Bewegung - dass der Schwung der Hinterhand bis zum Kopf bzw. Genick hindurchfließt. Ich wünsche mir von meinem Pferd, dass es mich spannungsfrei trägt. Dafür braucht es einen starken und locker schwingenden Rücken. Ist dieser verkrampft und festgehalten, schwingt er nicht und ich sitze dem Pferd lastend im Rücken. Damit mich mein Pferd in die Bewegung mitnimmt und nicht als Last empfindet, ist mein stetes Ziel ein losgelassenes Pferd, dass sich locker und frei bewegt. Da ich eben auf dem Rücken sitze, versuche ich immer die freie schwingende Bewegung im Rücken zu erhalten. Dann spüre ich auch, wie die Hinterhand den Rücken in der Bewegung mitnimmt - in Schwingung setzt. Ein Schwingen meint hier ein lockeres an und abspannen der Muskulatur und die freie, unverkrampfte, harmonische Bewegung des Rumpfes.

Stellen wir uns ein Tanzpaar vor:
Sie können in lebhaftem Rhythmus über die Tanzfläche fliegen -
sie können aber auch fast auf der Stelle tanzen ohne dabei still zu stehen, an Harmonie oder Aktion in der Bewegung zu verlieren, oder? Solange sie im Rhythmus bleiben, solange sie aktiv sind, ist jeder Schritt genauso wertvoll und elegant (je perfekter das Paar im Können und als Team).

Samstag, 12. Dezember 2015

Persönlich, Persönlicher, Du! - Ein Stück vom Berg in meinem Kopf ...


Auf der einen Seite merke ich, wie die Zeit und meine Verantwortungen nicht das hergeben, was ich bräuchte und mir wünsche -
auf der anderen Seite ist mein Kopf eine Sammelstelle von Gedanken, die auch einmal herauswollen :)

Deshalb gibt es heute einen kleinen Teil davon und der ist persönlich - persönlich von mir, für Dich und für jeden, der sich damit identifiziert.



Ich kann gar nicht jeden einzelnen ansprechen, der mein Leben bereichert und meinen Weg gekreuzt hat. Ob vierbeinig oder auf zwei Füßen. Und es hört nicht auf. Ist das nicht wunderbar! Das Leben steckt voller Überraschungen und hält so viel für uns bereit. Wir müssen nur zupacken - und wir "müssen" erkennen, was und wann auf dem Weg etwas Glück wartet. 
Oft ertappe ich mich, dass ich denke, es ist doch alles nur anstrengend, so viel zu tun, für mich ist nichts übrig an Glück, Hochs und positivem Feedback.
Doch genau in diesen Momenten sehe ich nur die Mauer und nicht darüber. Jeder Tag hält so viele kleine Freuden, Überraschungen und Erfolge bereit. Wir müssen sie nur wahrnehmen und das Leben kann wie ein Regenbogen sein.

Weil ich froh bin, wo ich stehe, wer ich bin und was ich erreicht habe, möchte ich hiermit einen Dank aussprechen an alle, die mein Leben bereichert haben.
Meine Familie, meine Kinder und im Zusammenhang mit "Fühlend Reiten" meine wunderbarsten Begleiter - meine Pferde. Sie zeigen mir so viel - sie geben mir so viel - sie sind da und helfen mir wachsen. 

Der Eine ist wie eine sanfte Begegnung mit dem Wind, der flüstert und haucht und dann mit voller Energie stürmen kann. Die Gegensätze sind überall da. Spürt man die eine Seite, versteht man etwas von der anderen. Ohne die andere wäre die eine aber längst nicht so Gefühlsstark.
Weißt Du was ich meine?
Wenn ich z.B. nie erlebt hätte, was es wirklich bedeutet, das Pferde Fluchttiere sind, immer bereit sich in Sicherheit zu bringen, hätte ich nie so viel Freude erfahren können, die ich geschenkt bekomme in der Beziehung zu diesen Tieren: - ihr Vertrauen beim Folgen, 
- ihre Bereitschaft, mich zu verstehen und meine Fragen umzusetzen,
- ihre Neugier, wer ich bin, was ich mit ihnen erleben möchte,
- ihren Großmut und Nachsicht, mich zu nehmen, wie ich bin und dann auch noch anzustupsen, aus Fehlern zu lernen,
- und ihre eigenen Angst mit mir zu überwinden.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Adventskalender für mein Pferd


Mit dieser Aktion beteilige ich mich am #Pfeihnachtskalender - mit schönen Gedanken und Wünschen durch den Dezember.


Was ich mich in diesem Jahr bewusst frage, um meinem Pferd etwas für seine Hingabe zurückzugeben:

Was wünsche ich mir für mein Pferd?
Was würde sich wohl mein Pferd von mir wünschen?
Was könnte Weihnachten für all unsere Pferde sein?

10. Dezember - (M)Ein Wunsch-Türchen für mein Pferd

 



Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es (kleine) Geschenke von und für die Lieben.
Jedes Jahr zu Weihnachten denken wir an uns.
Nun soll es ganz bewusst um meinen Partner - Pferd - gehen.


Was wünsche ich mir für mein Pferd?


Ich wünsche mir von Herzen, dass meine Pferde zufrieden sind mit ihrer Lebenssituation bei mir. Ich hoffe, sie sind glücklich in ihrem Lebensreich. Es ist nicht die endlose Weite einer Steppe oder ein Wald mit verschiedenen Bäumen, Sträuchern zum Knabbern und Schubbern. Ich habe von allem nur einen Bruchteil. Für das menschliche Auge ist ein Paddock oder Wiese schnell groß und man staunt. Aber für das Pferd? Wie sehen Pferde eigentlich ihren Lebensraum? Ja, sie sind hier und damit groß geworden. Viele kennen die Boxenhaltung. Ob sie wohl im tiefen Inneren verborgen ein Gefühl und Sehnsucht für die Freiheit und Weite haben?
Kinder, die in der Stadt in einer Wohnung groß werden, müssen nicht unbedingt Sehnsucht nach einer naturbelassenen unbebauten Gegend haben. Ich weiß, der Vergleich Mensch Pferd geht so nicht ganz auf. Aber ein wenig führt er mich dahin, was ich denke: Nämlich, die Haltung der Pferde ist das Eine - mindestens ebenso wichtig ist der Umgang. Und hier beziehe ich mein Advents-Bildchen mit ein. Wer sagt nicht, dass er sein Pferd (Tier) liebt? Und wen man liebt, für den möchte man das Beste. Ich träume von tiefem Vertrauen, Freundschaft, Zuneigung, Freude auf das Zusammensein und Harmonie im Miteinander. Ich möchte, dass mein Pferd ein Mitspracherecht hat, freiwillig und gern mitmacht und sich freut, wenn ich komme. Große Wünsche! Nur ein Traum? Mir ist es egal: denn eins kann ich dafür tun!
Ich kann an mir arbeiten, ein sanfter, ehrlicher, respektvoller Partner zu sein. Stück für Stück besser zu sein. Schlechte Tage zuzulassen und nicht auf mein Pferd auszulassen, was mich bedrückt oder stresst. Ich kann lernen, mit innerer Ruhe, mit wenig aber klarer Körpersprache zu agieren, um eine entspannte Atmosphäre zu erhalten. Ich kann wachsen. Und wenn ich immer daran denke, jetzt so zu handeln, so zu sein, so zu antworten, dass dies nicht gegen meine Träume ist, bin ich überzeugt, ist es das beste, was ich tun kann. Für mein Pferd.

Was ich heute tue, trägt morgen Früchte.
Den Baum, den ich morgen haben möchte, muss ich heute pflanzen und pflegen.
Seien wir bewusst, was wir jetzt - in jedem Moment - tun, es hat Konsequenzen (positive wie negative).
Ich trage die Verantwortung für das Pferd, das ich habe, so wie es ist.


Was würde sich wohl mein Pferd von mir wünschen?


Ich denke, Pferde sind offen für Beziehungen auch artübergreifend. Sie machen auch mit, wenn es reizvoll ist (durch Abwechslung, Lob, Futter, Pflege). Sie sind nicht gegen uns Menschen. 
Doch ich denke, sie wünschen sich dabei zufrieden, schmerzfrei und verstanden zu sein. Ihre Bedürfnisse als Lauftier, Herdentier, Fluchttier, stundenlang wandernder Pflanzenfresser und fühlendes Lebewesen dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Wenn ich jetzt für mich als Mensch spreche, kann ich sagen, ein paar Einschränkungen kann es sicher hinnehmen, wenn das Ganze stimmt. Ich kann auch verzichten, wenn ich mich wohl fühle. Und das ist sicher der wichtigste Punkt auf der Wunschliste der Pferde: sich wohl zu fühlen, körperlich und seelisch. Darin steckt eine Menge von Kleinigkeiten, die dazu beitragen. Es ist ein kleiner Wunsch - und doch riesengroß.
Hier kann jetzt jeder für sich überlegen, wie er seinem Pferd regelmäßig kleine Geschenke machen kann, damit es sich wohl fühlt.


Was könnte Weihnachten für all unsere Pferde sein?


Weihnachten ist deshalb ein besonderer Zeitpunkt sich wieder daran zu erinnern, zu schenken, zu erfreuen und an den anderen zu denken.
Weihnachten kann für Pferde eine Zeit sein, in der ihre Besitzerinnen und Reiterinnen ganz besonders kritisch mit sich selbst sind, ihr Handeln überdenken, was sie besser machen können, ob die Haltung stimmt, wo sie dazulernen und sich verbessern können, zu überlegen, was gut ist und was veränderungsbedürftig ist.
Und ganz besonders wichtig ist in meinen Augen: Gewaltlosigkeit (körperlich und seelisch).



Ich freue mich über Dein Kommentar und Gedanken hier unten!

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Hier kannst Du auch die anderen Beitrage der Aktion #Pfeihnachtskalender lesen:

Pferde im richtigen Licht: Was wünscht sich mein Pflegepferd vom Christkind?
Mein­Faible: Über Vorfreude und Besinnlichkeit an #Pfeihnachten
Sirkhan: Umdenken in der Reiterwelt
Two-Toned: in Würde und mit Respekt altern
Pferdefreunde: Der Wunschzettel meines Pferdes
Pferdeflüsterei: Wunschliste zu Pfeihnachten: was Pferde wirklich brauchen
Nordfalben: #Pfeihnachten kommt
Verwandert: Liebes 2016
Pfridolin: #Pfeihnachten steht vor der Tür
Pferdespiegel: Mehr Selbstvertrauen für mein Pferd
Team Knutschkugel: Meine Pfeihnachtswünsche
Sonny: was sich Herr Plüsch wünscht
Führpferd: Ein pferdischer Adventskalender: #Pfeihnachten horcht in den Stall
Faxi: gleichberechtigten Beziehung Hippovital: Selbsterkenntnis und Ehrlichkeit im pferdigen Adventskalender
Clickerpony: PfeihnachtswunschRoping my dream: Glory's Wunschzettel
Pie und Santos: mehr Mut und Selbstvertrauen
Ponyliebe: was sich Ponys wünschen

Samstag, 5. Dezember 2015

Mein Adventskalender Gewinnspiel - und weitere Überraschungen für Euch auf Tierblogger.de

 

6. Dezember - Der Tag des Nikolaus: Adventskalender-Türchen 6

Ich freue mich, dass Du den Weg hinter dieses Türchen mit der Nummer 6 genommen hast!


Zur Einstimmung ein paar Gedanken zum Nachdenken ...



„Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. 
Problematisch sind nur die Lenker,
die Fahrgäste und die Straße.“
...
(Franz Kafka)


Genauso sehe ich auch den Frieden und das harmonische Miteinander mit allen Lebewesen auf dieser Erde.
Frieden bedeutet für mich eine freundlich offene Atmosphäre. Ich darf sein, wie ich bin. Ich darf wachsen, wie ich es brauche. Ich kann mich weiterentwickeln und werde dabei sogar unterstützt von all den wertvollen Beziehungen, die das Leben bereichern. Denn das Leben ist Entwicklung und innerliches Wachstum.
Und im Miteinander zeigt sich, wie tolerant und großherzig wir sind. Gönnen wir anderen, was wir für uns selbst wünschen. Achten wir darauf, andere nicht zu bevormunden und einzuschränken, so wie wir selbstbestimmt unseren Weg gehen möchten. Und überlassen wir anderen das Recht auf ein zufriedenes Leben, denn auch wir wollen nicht gekränkt, verletzt oder abgewertet werden.

Wie denkst Du über Dich und Deine Mitmenschen? Wie siehst Du Deine Beziehung zu unseren Haustieren? Und was fühlst Du in Bezug auf die wildlebenden freiheitsliebenden Tiere dieser Erde?

 Ich denke viel (geht ja auch nicht anders :) - 
und ich schreibe viel (geht manchmal auch nicht anders :) 
Irgendwann fing ich meine Gedanken ein und hielt sie in Geschichten fest. Tiergeschichten - zwischen Fantasie, Weisheit, der Tierwelt und Achtung vor anderen Lebewesen.



Vor zwei Jahren, genau heute - am Nikolaustag -  steckte in meinem Stiefel ein wunderbares Geschenk. Mein erstes Buch war gedruckt und veröffentlicht. Ich hielt es stolz in Händen. 
Es ist ein Buch, das zwei meiner Lebensteile verbindet. Meine Kunst, auf getrocknete Blätter zu malen und meine Leidenschaft, darüber zu schreiben, was mich bewegt, zum Nachdenken anregt und hier sind es kleine Lebenseindrücke von Tieren. Fühle ihr Leben! 

Auch wenn es keine offensichtliche Verbindung zu "Fühlend Reiten" gibt, entstand "Fühlend Reiten" aus meiner Lebenshaltung, nicht nur die Oberfläche zu betrachten, sondern mit Herz und Gefühl den Tieren zu begegnen und sie zu verstehen.

Heute kannst Du ein Gewinner sein!
.......

Mittwoch, 4. November 2015

Was haben denn die innere Einstellung, Motivation und Gefühle mit der Körpersprache und Körperhaltung zu tun?

Körpersprache


Körpersprache ist ein Begriff, der immer wieder fällt, wenn es um Pferde geht.
Körpersprache ist die Form der intensivsten und aufschlussreichsten Kommunikation von Mensch und Tier. Denn Körpersprache vermittelt immer - auch unbewusst. Und das nehmen Tiere wahr. Auch den Geruch von Gefühlen. Und leider oder zum Glück können wir den nicht vortäuschen oder überdecken.

Zum Einen entstehen daraus leider Missverständnisse unter den Menschen, die sich in Bezug auf ihre Körpersprache nicht genügend reflektieren (können) und dann ihren Partner (Pferd) beschuldigen. Problempferde erwachsen meist genau deshalb, weil der Mensch ein Problem mit der Kommunikation hat, mit der Reflexion und seine Gefühle zu kennen.

Zum Anderen ist es unsere Chance jedem Gefühl auf den Grund zu gehen und Körper und Geist auf einen Nenner zu bringen. Lernen wir bewusst das zu sagen (zu zeigen), was wir mit unserem Körper nicht vortäuschen können.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Warum Reiter gute Pädagogen sein sollten.

 Verantwortung


Als Reiterin fühle ich mich in der Verantwortung, die Zeit mit meinem Pferd bestmöglich zu verbringen - also so, dass mein Pferd gern mit mir zusammen ist, sich für mich anstrengen will, mich versteht und auch beim nächsten Mal noch auf mich zukommt. (Ein Glück tun sie das alle :) Und ich kann dadurch erkennen, wenn einer wirklich mal keine Lust hat.)

Ich möchte kein Pferd, dass die Zeit mit mir nur erträgt, darauf wartet, bis es endlich vorbei ist, seine Pflicht erfüllt und wenn es mich sieht, ich mit einem Halfter komme, es sich wegdreht oder gar nicht erst guckt, geschweige denn interessiert mitkommt.

Es ist entscheidend für ein harmonisches Miteinander, das beide Seiten mitmachen wollen. Gerade Pferde sind Energiesparer und tun nur so viel wie nötig. Sie müssen die Energie für eine mögliche Flucht aufsparen. Also ist es ein Geschenk, wenn sie für uns Energie "verschwenden".
Ich sehe mich dadurch in der Pflicht, diese geschenkte Energie in einem positiven Sinne zu nutzen, zu würdigen und etwas dafür zurückzugeben. Sei es Lob, Futter, Anerkennung und/oder Freude, ehrliches Interesse an meinem Partner Pferd.

(Lies hierzu "Bitten und Fragen" - über das Zurückgeben.)


Montag, 21. September 2015

"Schule Dein Gefühl" und wie ich die Hilfen als Hilfen nutze, nicht als Befehl

Ich möchte hiermit an den Artikel "Die Stellung" anknüpfen und widme mich der Hilfengebung in Momenten, in denen die Stellung nicht oder nicht korrekt vorhanden ist. Die vorgestellten Möglichkeiten dienen dem Verständnis und sind Anregungen, keinesfalls vollständig, denn dazu müsste man das Pferd und Reiter live in Bewegung sehen.

Dazu nehmen wir uns die drei Bilder aus dem Artikel über die Stellung noch einmal vor.

 

Keine korrekte Stellung - was nun?


Wir wissen bereits, dass die Stellung eine besondere Bedeutung hat. Ich kann ein Pferd mit nachgiebigem Genick biegen und meine Hilfen für Richtung und Tempo können umgesetzt werden. Ein "lockeres" Genick lässt Bewegung durch die Wirbelsäule durch.
Ein festgehaltenes Genick hingegen heißt auch ein unnachgiebiges Pferd zu haben. Bewegung stockt oder ist hektisch und schlecht zu formen. Auf jeden Fall kann ich dieses Pferd nicht harmonisch, auf genauen Linien und in Balance reiten.
Wenn Du schon einmal balanciert bist, weiß Du, dass man dabei sehr konzentriert und mit Gefühl jeden Muskel benutzen muss - dosiert - zum richtigen Zeitpunkt - und in Zusammenarbeit mit den anderen Muskeln. 
Ein Zuviel irgendwo bringt Dich aus dem Gleichgewicht und Du fällst.
So geht es auch dem Pferd, nur dass es nicht umfällt, es hat 4 Beine, kann dennoch aus der Balance kommen und sich schief bewegen (aufgrund der natürlichen Schiefe). Eine Imbalance führt auf Dauer zu Überbelastungen (es muss schließlich noch das Gewicht eines Reiters mit ausgleichen) und Schäden. Manchmal auch erst nach Jahren. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, JETZT auf gesunderhaltendes Reiten/Bewegen also Reiten in Balance zu achten.

Und das Genick ist hier sozusagen der Ausgangspunkt.








Schauen wir uns diese drei Pferde nacheinander an.

"Schule Dein Auge" Teil 3 - die Stellung

Ich möchte hier das Thema Stellung aufgreifen und so anschaulich wie möglich verständlich machen.

 

Ohne Stellung kein korrektes Reiten oder Bewegen auf gebogenen Linien.


Das erste, was ich als Reiter für ein durchlässiges Pferd brauche, ist ein nachgebendes Genick. Im Genick kann das Pferd den Kopf festhalten und sich anspannen - das ist sozusagen der Fluchtmodus.
Das Pferd kann jedoch auch genau dort loslassen und frei für Bewegung sein. Das heißt es kann nachgeben, sich stellen und damit seinen Körper formen lassen.
Stellung ist hierbei eine kleine Bewegung im Genick, genauer zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel. Hier kann eine rechts-links Bewegung erfolgen. Das Nicken des Kopfes (Ja-Sagen) erfolgt in dem Gelenk zwischen Hinterhauptbein und erstem Halswirbel. Dieses "ja" nicken ist keine Stellung!


Dienstag, 8. September 2015

Pferdebedürfnisse, pferdegerechte Haltung und Bedingungen für die Gesunderhaltung

 Der Weg in den Stall

 

Jeden Tag, wenn ich zum Stall gehe und mir meine Pferde anschaue, frage ich mich, wie es ihnen geht: 
Schutz-suchen oder dösen.
  • wenn sie an heißen Tagen Schutzsuchend im Stall dösen, weil dort kaum Bremsen hinkommen - stehen sie gern so lange still?
  • wenn es über 30°C sind und Shira im Stall steht und dennoch Schweißflecken hat - was wünschen oder wollen Pferde bei Hitze? Schatten? Bäume? Wasser? Baden?
  • wenn sie mich am Zaun erwarten, als würden sie da schon lange stehen - haben sie Langeweile?
  • wenn sie im ausgetretenen Trampelpfad zur Tränke gehen - ist der Weg vielleicht nicht lang genug, um ihr Bewegungsbedürfnis zu stillen oder ist er zu sandig und weich und provoziert zu wenig Abrieb der Hufe?
  • Wenn ich abäppel und nicht viel laufen muss, weil sie ihre bevorzugten Stellen haben - reicht der Platz aus?
  • wenn ich sie von der Weide hole, weil die Zeit um ist (für den Winter haben wir keine Winterweide und deshalb geht es dann nur kurz auf eine der Sommerweiden und im Sommer begrenze ich die Zeit, weil Shira sonst rollen würde, die Grasnarbe auf dem Sandboden schnell aufreißt und die Wiesen nicht bis in den Spätherbst "reichen" würden) - wie fühlen sie sich damit? Haben sie sich genug bewegt? Was tun sie den Rest der Zeit? Brauchen sie mehr Anregungen für ein erfülltes Leben? Was erfüllt das Leben eines Pferdes?
  • ...

Dienstag, 1. September 2015

Ausreiten - ABER WIE? - Schule Dein Auge und Gefühl

Ausreiten - eine Idealvorstellung


Ich denke, die meisten träumen davon, gemütlich oder abenteuerlich - einfach schön auszureiten.
Die einen kaufen sich deshalb ein Pferd - oder suchen eine Reitbeteiligung.
Die anderen wollen den Ausritt als Ausgleich oder Abwechslung zum eigenen Alltag oder dem Training des Pferdes.
Ausreiten vereint hier die positive Spannung im Gemüt durch die abwechslungsreiche Umgebung - die vermehrte Geradeaus-Bewegung im Gegensatz zur Reitbahn und die unterschiedlichen Bodenverhältnisse - als auch die Trainingsmöglichkeit von Ausdauer, Kondition, Konzentration kombiniert mit dem Heranführen an Neues, mehr Gemeinschaftsgefühl und weniger Druck, etwas bestimmtes machen zu müssen (im Gegenzug zum Training in der Reitbahn).
Ausreiten entspannt, erfreut, stärkt, löst und motiviert.

Ausreiten will jeder.

Neben all den Wünschen und Gedanken, die einen jeden von uns dazu bewegen, unbedingt auszureiten, möchte ich mit diesem Artikel die Seite ansprechen, die man gern unter den Tisch kehrt oder schlicht nicht bedenkt: weil man ja "die Seele baumeln lassen" will:

Das Pferd! Die Gesundheit! Die Bedingungen guten Reitens!


Denn egal wie und wo wir reiten - wir reiten Pferde. Und die wollen gesund, zufrieden und beschwerdenfrei sein und bleiben. Auch auf einem Ausritt!

Donnerstag, 13. August 2015

Über den Weg, das Ziel und das Jetzt: Verstehen - Sehen - Fühlen und gemeinsam erreichen.


In der Ausbildung eines Pferdes - überhaupt in der Beziehung und dem Alltag mit Pferden - sehe ich den Weg schon als ein Ziel. Denn jede bewusst erlebte Minute, in Konzentration, einem freundschaftlichen Miteinander, der Bestrebung nach Harmonie und in partnerschaftlicher Kommunikation ist schon ein Ziel.
Je mehr wir uns wie Kinder im Jetzt, im Moment befinden und diesen leben, auskosten und bewusst gestalten, gehen wir zufrieden und stolz aus dem Stall.
Und dennoch können wir uns trauen, alles zu erreichen, wenn wir mit Geduld und Empathie wissen wie unser Ziel aussieht.

Mich macht es glücklicher ...


Freitag, 7. August 2015

Die Basis für ein Reitpferd - ein Beispiel

Ich bewundere jede/n Reiter/in, die zu ihrem/seinem Pferd eine harmonische Beziehung hat, in der das Pferd gern mitmacht, auf feine Signale reagiert und auch in schwierigen Situationen folgt.

Ein Pferd, dass seine Angst überwinden kann und dem Menschen folgt - 
ein Pferd, dass stillsteht und abwartet, auch unangebunden, bis sein Mensch die nächste Aufgabe angeht -
ein Pferd, dass durch kleinste Körperbewegungen dirigiert wird und mit seinem Menschen als Team agiert -
ein Pferd, dass vorsichtig, Grenzen akzeptierend und freudig bei der Sache ist:

das alles ist nicht selbstverständlich.

Pferde sind: 
Beute- und Fluchttiere,
immer in Bereitschaft und mit allen Sinnen aufmerksam,
Spezialisten auf dem Gebiet der Körpersprache (unter Pferden), doch eher Fremdsprachler in Bezug auf uns,
als Herdentiere mögen sie Kontakt und folgen gern und
brauchen klare Grenzen und eine sichere, ruhige und vertrauensvolle Umgebung zum Lernen.


Es ist schade und traurig, dass ich dennoch immer wieder Pferde sehe, denen die Basis an Verständigung, Regeln und körperlichen als auch geistigen Voraussetzungen fehlt, den Menschen und seine Anforderungen zu verstehen bzw. umzusetzen.

Leider fragt sich nicht jeder, warum etwas nicht geht. Weil nicht jeder merkt, dass etwas nicht stimmt?


Ich möchte in diesen Artikel ein Beispiel erläutern:

Ein lieber Kerl - missverstanden und benutzt